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SSRQ FR I/2/8 10

Franz Maradan – Verhör und Urteil / Interrogatoire et jugement

1546 März 11.

Franz Maradan aus Morlon wird der Sodomie bezichtigt; zusätzlich habe er sich mit dem Bösen Geist eingelassen. Er wird befragt und zum Scheiterhaufen verurteilt.

Franz Maradan, de Morlon, est accusé de s'être adonné à des relations charnelles avec du bétail et d'avoir été séduit par le Mauvais Esprit. Il est interrogé et condamné au bûcher.

  • Signatur: StAFR, Thurnrodel 5, S. 197
  • Originaldatierung: 1546 März 11
  • Sprache: Deutsch

Editionstext

94Hinzufügung oberhalb der Zeilea
Kund und zů wussen sye aller mengklichenn,
das Frantz MaradanPerson von MorlonOrt in der gefäncknus miner gAbkürzung: gnädiger, gnädige herren und obern schultheyssen und rhats der statt FryburgOrt verjechenBegriff
und bekhandt hatt, wie er uß ingebung, betrug unnd verfürung des bösen geistsBegriff offt und
dick uß der christenheyt b–mit dem veechBegriffHinzufügung oberhalb der Zeile mit Einfügungszeichen–b gewybet undtHinzufügung oberhalb der Zeile, ersetzt: dc unmentschliche werk der unküscheyt wider gott unnd die natur volbracht
unnd begangen hab j. Sollicher gstaltBegriff, das im die
zal unnd vile desselben vergessen sye. BeschechennBegriff
uff donstag dem xi tag mertens 1546Originaldatierung: 11.3.1546.

Uff das haben min gAbkürzung: gnädiger, gnädige herren diser loblichenn
statt FryburgOrt, nach gruntlicher unnd eigentlicher erfarung und erdenckung siner malefizischen unnd
uncristenlichen handlung, verjichtBegriff und übelthat, als
ein fromme ordenliche oberkeyt (die zů handhabung
göttlicher und mentschlicher gerechtigkeyt und zů undertruckung des bösen von gott geordnet und gesetzt
ist) in gesessnem rhat geurtheilet, zů recht gesprochenn
und erkhandt, das genanter armer mentsch
dem nachricher an sin hand bevolchen werden, der
ime an die gewanliche gerichtstatt an GalgenbergOrt
füren, daselbs sin cörpel zů äschen brennen unnd
in also vom leben zum tod bringen solle. Damit
sin schandtlicher unnd grusamlicher tad mengklichem
ein warnung forcht und ebenbild bringe. Unnd
wann er güter hätte, so hinder minene herren gelegen
wären, die sölben denselben minen gnädigen herren
verfallen sin.
Gott helff der seel.

Anmerkungen

  1. Hinzufügung oberhalb der Zeile.
  2. Hinzufügung oberhalb der Zeile mit Einfügungszeichen.
  3. Hinzufügung oberhalb der Zeile, ersetzt: d.
  4. Streichung der Hinzufügung oberhalb der Zeile: nemmlich mit e–mit dem veechBegriffHinzufügung oberhalb der Zeile–e,
    fküyen, kälbern, geissen, stůten und anderen hunvernunfftigen thieren.
  5. Streichung: es sye zů MorlonOrt, WulckischwylOrt,
    TreffelsOrt oder annderschwa.