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SSRQ FR I/2/8 16-5

Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, IX. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Freiburg, Erster Teil: Stadtrechte, Zweite Reihe: Das Recht der Stadt Freiburg, Band 8: Freiburger Hexenprozesse 15.–18. Jahrhundert, von Rita Binz-Wohlhauser und Lionel Dorthe

Zitation: SSRQ FR I/2/8 16-5

Lizenz: CC BY-NC-SA

Trini Merz, Guiota Ribotel, Alix de la Pierra – Verhör / Interrogatoire

1593 Januar 26.

  • Signatur: StAFR, Thurnrodel 9.I, S. 127b–128
  • Originaldatierung: 1593 Januar 26
  • Sprache: Deutsch

Editionstext

Im bosen thurnOrt, tinstag 26Originaldatierung: 26.1.1593
JudexSprachwechsel: Latein hAbkürzung: herr, herren großgroßweibel1

HAbkürzung: Herr, Herren Bläsi LymerPerson, hAbkürzung: herr, herren burgermeister von DießbachPerson

GarmiswillPerson, 2 JulliartPerson, 1 GottrouwPerson

MeyerPerson2

AlixPerson, Anthi de la PierrasPerson hußfrouw, alls man sie jetz das ander mal
sollen uffziechen und sie vermant, gestriger errinerung nach
die warheit, dartz man iren verdanckBegriff geben, zu bekhennen,
hat sie alltzyt in voriger meinung anzeigt, das man sie mit unschuld
verclagt und das sie die warheit bekhend hab und noch bekhenne.
Ist daruff mit dem stein uffzogen worden, hatt sich aber gar nit dardurch
bewegt und verharret by dem, das iren unrecht bschehe; das ander
und drittmal hatt sie noch minder darab than, setz m g hAbkürzung: mein gnädiger herr, meine gnädigen herren heim
mit iren nach irem gfallen zu handlen, bevilcht sich gott und
gnaden.

Guiota RibotelPerson, die ouch vermant worden zu bekhandtnußBegriff
der warheit, hatt sie die wort des roß sägens gesprochen
unnd doch wyters nit wollen bekhennen, biß man sie das erst mal
angefangen uffzuziechen, hatt sie glych heissen nachlassen
und doch nüt bekhendt; das ander mal unnd widerumb das
dritt mal hatt man nüt von iren ußbringen mögen.
Der rossern halb, so irem man abgestandenBegriff, weiß sie die ursach ires
schadens nitt, dan sie dieselbigen in den weiden mit dem biß
vollen rachen mit graß gefunden, deren sie acht verloren.

Trini MertzPerson die warnung, so diser TriniPerson glych wie andern geschechen,
ist unerschießlich gsyn, das man etwas bekhandtnußBegriff von iren hören
oder vernemmen mögen, und sonderlich MottersPerson tochtern khrankheit wegen
ist sie unschuldig, hab sie dieselbige nit berürt noch geschädiget.
Glycher gstaltBegriff verneinet sie alle andere sachen, so iren der byren halben,
die sie vergifft unnd einem man geben, fürghalten werde.
[S. 128]SeitenumbruchMan hatt sie daruff das erst mal mittHinzufügung auf Zeilenhöhe, ersetzt: uffa dem stein
uffzogen; da sagt sie woll, in der matten des CoquesOrt gewesen
zu syn, aber nur zu arbeiten und kheiner sträfflichen sachen wegen.
Hatt ouch khein bößen willenHinzufügung oberhalb der Zeileb und gedankhen nie ghan. Das ander
mal alls sie gestreckt worden, hatt sie glad verneinet, nie
in boser gselschafft des fyendsBegriff3 und anderer strudlernBegriff sich
befunden zu haben. Mit dem dritten zug hatt sie ouch nit
wöllen bekhennen; sagt, sie sye der warheit bekhandlich gsy
unnd pittet umb gnad.

Anmerkungen

  1. Hinzufügung auf Zeilenhöhe, ersetzt: uff.
  2. Hinzufügung oberhalb der Zeile.
  1. Gemeint ist Kaspar WichtPerson.
  2. Il s’agit soit de Daniel MeyerPerson, soit de Niklaus MeyerPerson.
  3. Gemeint ist der böse feindBegriff.