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SSRQ SG III/4 12890213

Graf Hugo II. von Werdenberg-Heiligenberg überträgt dem Zisterzienserkloster Salem Eigentumsrechte in Altenbeuren

1289 Februar 13. Werdenberg

Graf Hugo II. von Werdenberg-Heiligenberg übergibt auf Bitten des Ulrich von Markdorf dem Kloster Salem das Eigentumsrecht der Mühle in Altenbeuren und der dortigen Lehengüter, welche die Gebrüder Konrad und Berthold genannt «Rôbesvanz» ihm resiginiert und um 20 Mark Silber an das genannte Kloster verkauft hatten.

Der Aussteller siegelt.

  1. WerdenbergOrt wird hier als Ort erstmals urkundlich erwähnt. Es handelt sich wegen des Ausstellers wahrscheinlich um die Burg und nicht um das Städtchen. Frühere Erwähnungen von Werdenberg gehen meist auf Nachträge von TschudiPerson zurück (so z. B. UBSSG, Bd. 1, Nr. 357).

  2. Wenige Jahre später, 1294Datum: 1294, wird des Litschers HausBegriff in Werdenberg als GerichtsortBegriff erwähnt: Dis gischach zi WerdinbergOrt in UͦlrichPersons hûs des Litscher (ChSG IV, Nr. 2365). Der Name Litscher taucht zudem 1292Datum: 1282 auf: Cuͦnraden, den LitscherPerson von WerdinbercOrt und umbe UͦlrichinPerson, sin sun (UBSSG, Bd. 1, Nr. 821; ChSG IV, Nr. 2302. Im UBSSG ist dieselbe Quelle mit der gleichen Signatur zweimal als Regest ediert, einmal unter 1282Datum: 1282, Nr. 727 und einmal unter 1292Datum: 1292, Nr. 821. Beim ersten Eintrag von 1282Datum: 1282 handelt sich wohl um einen Fehler des Editors. Die Urkunde wurde 1292Datum: 1292 ausgestellt).

  3. Laut der Befunde der BauBegriffgeschichte entstehen in der Zeit von 1228Datum: 1228 bis 1232Datum: 1232 der Bergfried/TurmBegriff, Palas und eine RingmauerBegriff mit innerem Burghof und Zwinger. Wahrscheinlich ist die StadtBegriff mit der Entstehung des Stammsitzes Werdenberg um 1258Datum: 1258 entstanden (vgl. dazu SSRQ_SG_III_4_12590502). Nach Albertin wird der älteste Teil des Schlangenhauses an der Südecke auf 1261Datum: 1261 datiert und früheste dendrochronologische Datierungen einer Stadtmauer weisen auf die Jahre 1261Datum: 1261 bzw. um 1265Datum: 1265 hin (Albertin 2009, S. 1–25; Albertin 2000, S. 36–47; Gabathuler 2010c, S. 243). Um 1260Datum: 1260 wird offenbar auch die Burg erweitert. Der Bau der Stadtmauer und der Ausbau der Burg Mitte 13. Jh.Datum: – fällt somit zeitlich mit der Gründung von Werdenberg als Grafensitz und der Trennung von Montfort zusammen (vgl. dazu SSRQ_SG_III_4_12590502). Nach den neusten bauarchäologischen Erkenntnissen ist jedoch nicht gesichert, ob je eine geschlossene Stadtmauer bzw. Ringmauer existiert hat. Der Begriff Ringmauer wird zwar in den Quellen ab dem 15. Jh.Datum: – wiederholt verwendet, weshalb die Literatur von einer durchgehenden Stadtmauer ausgegangen ist, die um 1260Datum: 1260 erbaut wurde. Die neusten archäologischen Untersuchungen lassen jedoch Zweifel aufkommen, ob je eine geschlossene Mauer existiert hat (freundliche Mitteilung von Carolin Krumm, Mail vom 23. März 2016Datum: 23.3.2016).

Editionstext

Graf Hugo II. von Werdenberg-HeiligenbergPerson überträgt dem Zisterzienserkloster SalemOrganisation Eigentumsrechte in AltenbeurenOrt, actum et datum in WerdenbercAusstellungsort 1289, idus februariiOriginaldatierung: 13.2.1289.