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SSRQ SG III/4 13900315

Graf Albrecht III. von Werdenberg-Heiligenberg, Herr von Bludenz, verzichtet zugunsten seines Bruders Heinrich II. auf die Herrschaft Werdenberg und die Burg Starkenstein aus der Erbschaft ihres Bruders Hugo IV.

1390 März 15. Lindau

Graf Albrecht III. von Werdenberg-Heiligenberg, Herr von Bludenz, urkundet, dass Hugo IV. von Werdenberg-Heiligenberg seinem Bruder Graf Heinrich II. von Werdenberg-Heiligenberg, Herr von Rheineck, vor seinem Tod die Herrschaft Werdenberg mit Burg, Stadt, Leuten und Gütern sowie die Burg Starkenstein hinterlassen hat. Graf Albrecht III., der Bruder Heinrichs II., erhebt ebenfalls Anspruch auf die Hinterlassenschaft. Mit Hilfe und Rat Verwandter und anderer Leute kommen die Brüder überein, dass Heinrich II. die Herrschaft Werdenberg mit Burg, Stadt, Leuten und Gütern sowie die Burg Starkenstein behalten soll.

Der Aussteller siegelt. Erbetene Siegler Abt Kuno von St. Gallen, Graf Rudolf V. von Montfort-Feldkirch und Ritter Ulrich von Ems.

  • Signatur: Fürstlich Fürstenbergisches Archiv Donaueschingen OA 22 III 6
  • Originaldatierung: 1390 März 15
  • Überlieferung: Original
  • Beschreibstoff: Pergament
  • Format B × H (cm): 35.0 × 28.0
  • 4 Siegel:
    1. Albrecht III. von Werdenberg-HeiligenbergPerson, Wachs, rund, angehängt an Pergamentstreifen, bestossen
    2. Abt Kuno von St. GallenPerson, Wachs, spitzoval, angehängt an Pergamentstreifen, beschädigt
    3. Graf Rudolf V. von Montfort-FeldkirchPerson, Wachs, rund, angehängt an Pergamentstreifen, beschädigt
    4. Ritter Ulrich von EmsPerson, Wachs, rund, angehängt an Pergamentstreifen, gut erhalten
  • Ausstellungsort: Lindau
  • Sprache: Deutsch
  • Editionen
    Regesten
    URLs

  1. Nach dem Tod von Albrecht II. von Werdenberg-HeiligenbergPerson um 1371Datum: 1371/1372Datum: 1372 wird die Herrschaft WerdenbergOrt zunächst von den vier Söhnen gemeinsam verwaltet. Ab 1377/78 wird die Herrschaft nach und nach aufgeteiltBegriff bis schliesslich vier Teilherrschaften entstehen: HeiligenbergOrt, WerdenbergOrt, RheineckOrt und BludenzOrt. Um 1377/78 fällt Werdenberg, Rheineck und das RheintalOrt an die beiden Brüder Hugo IV.Person und Heinrich II.Person, die ihr Gebiet etwa 10 Jahre später weiter unter sich teilen: Hugo IV.Person erhält Werdenberg, Heinrich II. Rheineck und das Rheintal. Die übrigen Besitzungen fallen an Albrecht III.Person und Albrecht IV.Person, die ihre Teilherrschaft ebenfalls 1382Datum: 1382 weiter aufteilen (Krüger, Regesten, Nr. 464): Bludenz kommt an Albrecht III. und Heiligenberg an Albrecht  IV. Wie folgende Quelle zeigt, währt diese Aufteilung nicht lange. Hugo IV. als Besitzer von Werdenberg stirbt um 1388/89 kinderlos. Er setzt seinen Bruder Heinrich II., Besitzer von Rheineck und dem Rheintal, als Erben von Werdenberg und Starkenstein ein (vgl. dazu Burmeister 2006, S. 122–124).

  2. WerdenbergOrt und StarkensteinOrt sind jedoch bereits durch König WenzelPerson an Albrecht III. von Werdenberg-HeiligenbergPerson verliehen worden, weshalb dieser am Tag des Schiedsspruchs, in dem die Besitzungen Heinrich II. zugesprochen werden, König Wenzel bittet, die ihm bereits verliehenen ReichslehenBegriff Werdenberg und Starkenstein seinem Bruder HeinrichPerson zu verleihen (UBSG, Bd. 4, Nr. 1996, Anm.).

Editionstext

Graf Albrecht III. von Werdenberg-HeiligenbergPerson, Herr von BludenzOrt, verzichtet zugunsten seines Bruders Heinrich II.Person auf die Herrschaft WerdenbergOrt und die Burg StarkensteinOrt aus der ErbschaftBegriff ihres Bruders Hugo IV.Person: Albrecht III. urkundet, dass sein Bruder, der verstorbene Graf Hugo IV. von Werdenberg-HeiligenbergPerson, zu Lebzeiten seinem Bruder, Graf Heinrich II. von Werdenberg-Heiligenberg und RheineggPerson, die Herrschafft WerdenbergOrt, BurgBegriff und StadtBegriff, mit allen Leuten und Zubehör, sowie die Burg StarkensteinOrt vermacht habe. Graf Albrecht III.Person vermeint jedoch, dass er die gleichen Ansprüche auf die HinterlassenschaftBegriff habe wie sein Bruder Heinrich II. Schliesslich einigen sich die beiden Brüder, dass grâf HainrichPerson und sin erben beliben sont bi der herschafft ze WerdenbergOrt, ez sig burg oder statt, lut oder guter, und ôch bi der vesti genant StarkenstainOrt und was darzu gehort, also das der selb min bruder, grâf Hainrich von WerdenbergPerson, und sin erben, die herrschafft ze WerdenbergOrt, burg und statt, und die vesti StarkenstainOrt und was darzu gehort inne haben und niessen sond mit luten, mit gutern, mit vogtigen des closters ze Sant JohannOrt und ze NeßlôwOrt und mit andren vogtigenBegriff und kirchensatzenBegriff, mit zinsen, mit sturen, mit gerichten, mit vallen, mit gelassen, mit allen rechten, nuttzen und gewonhaiten und mit aller zugehord.