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SSRQ SG III/4 13950629

Bündnis gegen Graf Albrecht, den Jungen, von Werdenberg-Heiligenberg

1395 Juni 29. Feldkirch

Bündnis des Churer Bischofs Hartmann II. von Werdenberg-Sargans, Abt Burkard von Pfäfers, Graf Heinrich V. von Werdenberg-Sargans-Vaduz sowie den Grafen Johann I. von Werdenberg-Sargans und Rudolf VI., Johann II., Hugo II. und Heinrich II. von Werdenberg-Sargans mit Herzog Leopold IV. von Habsburg-Österreich gegen Graf Albrecht IV. von Werdenberg-Heiligenberg und die Grafen Rudolf II. und Hugo von Werdenberg-Rheineck.

Es siegeln Bischof Hartmann II. von Werdenberg-Sargans, Abt Burkard von Pfäfers und Graf Johann I. von Werdenberg Sargans.

  • Signatur: AT-OeStA/HHStA UR AUR 1395 VI 29
  • Originaldatierung: 1395 Juni 29 (Sand Peters und sand Pauls tag der haylgen zwölffbotten)
  • Überlieferung: Original
  • Beschreibstoff: Pergament
  • Format B × H (cm): 49.5 × 27.5 (Plica: 3.5)
  • 3 Siegel:
    1. Bischof Hartmann II. von ChurPerson, Wachs in Schüssel, rund, angehängt an Pergamentstreifen, gut erhalten
    2. Abt Burkard von PfäfersPerson, Wachs in Schüssel, rund, angehängt an Pergamentstreifen, beschädigt
    3. Johann I. von Werdenberg-SargansPerson, Wachs in Schüssel, rund, angehängt an Pergamentstreifen, bruchstückhaft
  • Ausstellungsort: Feldkirch
  • Sprache: Deutsch
  • Editionen
    • LUB I/3, Nr. 315
    Regesten
    URLs

  1. 1393Datum: 1393 verbünden sich die Grafen von Werdenberg-SargansOrganisation gegen die Grafen von Werdenberg-HeiligenbergOrganisation, um ihre territorialen Ansprüche im Raum WartauOrt und SevelenOrt durchzusetzen (Druck: SSRQ SG III/2.1, Nr. 25). 1395Datum: 1395 tritt Herzog Leopold IV. von Habsburg-ÖsterreichPerson dem antiwerdenbergischen BündnisBegriff bei und stellt einen TagZeitspanne: 1 Tag nach dem hier aufgeführten Bündnis ein ReversBegriff aus (BAC Urk. 013.0647). Zur FehdeBegriff gegen die Grafen von Werdenberg-HeiligenbergOrganisation und das Antiwerdenbergische Bündnis siehe auch Graber 2003, S. 51; Rigendinger 2007, S. 261–265; SSRQ SG III/2.1, S. LXXIII; SSRQ_SG_III_4_14010908.

    Mit dem SchiedsspruchBegriff von 1399Datum: 1399 (SSRQ_SG_III_4_13990702) müssen die Grafen von Werdenberg-Sargans ihre wichtigste Eroberung während der Werdenberger FehdeBegriff, die Burg WartauOrt, an die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg zurückgeben. Der Hof SevelenOrt wird letzteren bereits in dem Schiedsspruch von 1397Datum: 1397 zugesprochen (SSRQ_SG_III_4_13971101; SSRQ_SG_III_4_13971207). Allerdings müssen die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg für den Hof dem Churer Bischof 900 Pfund bezahlen (SSRQ_SG_III_4_13971101). Die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg verlieren zudem ihre Besitzungen im RheintalOrt, die in die Hände von Habsburg-Österreich fallen. Diese werden deshalb als die eigentlichen Gewinner der Fehde bezeichnet (Rigendinger 2007, S. 263–265, 269). Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten muss Rudolf II. von Werdenberg-HeiligenbergPerson wenige Jahre später die Grafschaft WerdenbergOrt an die Montfort-TettnangOrganisation verpfändenBegriff (vgl. dazu SSRQ_SG_III_4_14041227). Auch die Sarganser ziehen keinen Gewinn aus der Fehde. Ebenfalls aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verpfänden sie bereits 1396Datum: 1396 ihre Grafschaft Sargans an Habsburg-Österreich (SSRQ SG III/2.1, Nr. 30; S. LII ; Rigendinger 2007, S. 263–264).

  2. Der GrenzverlaufBegriff zwischen den beiden Herrschaften SargansOrt und WerdenbergOrt wird hier erstmals beschrieben. Die Grenze bleibt jedoch umstritten und wird erst 1488Datum: 1488 endgültig festgelegt (Druck: SSRQ SG III/2.1, Nr. 101; Regest: SSRQ_SG_III_4_14880602). Die Grenzstreitigkeiten sind in den Rechtsquellen Sarganserland ausführlich dokumentiert (SSRQ SG III/2.1, Nr. 46; Nr. 66; Nr. 101; Literatur: Gabathuler 2011, S. 246–252; Graber 2003, S. 73–76).

Editionstext

BündnisBegriff des Churer Bischofs Hartmann II.Person, Abt Burkard von PfäfersPerson, Graf Heinrich V. von Werdenberg-Sargans-VaduzPerson sowie den Grafen Johann I.Person und Rudolf VI.Person, Johann II.Person, Hugo II.Person und Heinrich II. von Werdenberg-SargansPerson mit Herzog Leopold IV. von Habsburg-ÖsterreichPerson gegen Graf Albrecht IV. von Werdenberg-HeiligenbergPerson und die Grafen Rudolf II.Person und Hugo von Werdenberg-RheineckPerson.

Folgendes wird unter den Bündnispartnern vereinbart:

1. Alle zukünftigen territorialen Gewinne vom NussbaumBegriff bei RäfisOrt diesseits und jenseits des RheinsOrt hinab bis an den BodenseeOrt und von da zurück in das ToggenburgOrt bis ins ThurgauOrt sollen Habsburg-ÖsterreichOrganisation gehören. Alles ob dem obgenanten nusspaumBegriff ze RefesOrt enhalb und dishalb des RynsOrt untz uff MuͤntinenOrt1, dieselben geslozzBegriff, stettBegriff, vestenBegriff, lutBegriff und guͤterBegriff suͤllent uns, dem obgenanten von ChurPerson, und unsern mitgetayln gehören.

2. Alle Besitzungen und besonders die Burg WartauOrt, welche die SarganserOrganisation und ihre Verbündeten jetzt inne haben, sollen dem Haus Habsburg-ÖsterreichOrganisation offenstehen.

3. Sollte der Hof SevelenOrt erobert werden, soll er dem Bischof von Chur gehören.

4. Sollten BurgOrt und Stadt WerdenbergOrt in die Hände der Verbündeten fallen, soll ein Schiedsgericht über die Ansprüche der Gräfin Katharina von Werdenberg-HeiligenbergPerson, Ehefrau von Heinrich V. von Werdenberg-Sargans-VaduzPerson, die diese aufgrund ihrer ErbschaftBegriff väterlich- und mütterlicherseits sowie wegen ihres verstorbenen Bruders, Graf Hugo IV.Person erhebt, entscheiden.

5. Ulrich Eberhard II. von Sax-HohensaxPerson soll bei seinen Rechten bleiben.

[Vermerk auf der Rückseite von Hand des 15. Jh.:] Der haimleich puntbrief
von dem von Chuer
[Vermerk auf der Rückseite von späterer Hand:] Werdenberg
[Vermerk auf der Rückseite von Hand des 15. Jh.:] Underm Huntzkoph
[Registraturvermerk auf der Rückseite:] 135; 1395

Anmerkungen

    1. Gebiet ob dem Flimserwald, heutige Surselva, siehe das Register von SSRQ GR B III/1, S. 2065.