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SSRQ SG III/4 13961127-1

Herzog Leopold IV. von Habsburg-Österreich verpfändet 80 Pfund Ertrag aus den Steuern von Gams an Ulrich Eberhard II. von Sax-Hohensax

1396 November 27. Ensisheim

Herzog Leopold IV. von Habsburg-Österreich verspricht Ulrich Eberhard II. von Sax-Hohensax, dem Jüngeren, dem er 1200 Pfund Pfennige Konstanzer Währung für die Auslösung der Grafschaft Sargans schuldet, jährlich 80 Pfund Zins aus den jährlichen Steuerertrag von Gams zu bezahlen. Er weist den Hubmeister Hans Stöckli – oder seinen künftigen Nachfolger in Feldkirch – an, Ulrich Eberhard oder seinen Erben die 80 Pfund jährlich je zur Hälfte im Mai und im Herbst zu entrichten. Sollte die Zahlung nicht erfolgen, haben Ulrich Eberhard und seine Erben das Recht, sich im Rahmen der 80 Pfund an den Gütern der österreichischen Herrschaft schadlos zu halten. Die österreichische Herrschaft kann die Pfandschaft, wenn sie will, zwischen dem Martinstag und der Alten Fastnacht ablösen. Ulrich Eberhard und seine Nachkommen dürfen die 1200 Pfund weiter verpfänden.

  • Signatur: AT-OeStA/HHStA UR AUR 1396 XI 27
  • Originaldatierung: 1396 November 27 (mentag nach sant Kathrinen tag)
  • Überlieferung: Original
  • Beschreibstoff: Pergament
  • Format B × H (cm): 38.5 × 24.0 (Plica: 7.0)
  • Ausstellungsort: Ensisheim
  • Sprache: Deutsch
  • Editionen

  • Signatur: AT-OeStA/HHStA UR AUR 1396 XI 27
  • Originaldatierung: 1455 Januar 1 – 1500 Dezember 31
  • Überlieferung: Abschrift (Doppelblatt)
  • Beschreibstoff: Papier
  • Format B × H (cm): 21.0 × 29.5
  • Sprache: Deutsch

In der hier edierten Urkunde verpfändet Herzog Leopold IV. von Habsburg-ÖsterreichPerson Ulrich Eberhard II. von Sax-HohensaxPerson, dem Jüngeren, den Ertrag aus den Steuern von GamsOrt (vgl. dazu auch Deplazes-Haefliger 1976, S. 106–107). Gut 60 Jahre später, am 24. November 1457Datum: 24.11.1457, lässt sich Albrecht I. von Sax-Hohensax als sein Nachkomme von der Stadt St. GallenOrt einen Vidimus über die Urkunde von 1396Datum: 1396 ausstellen (Abschrift: AT-OeStA/HHStA UR AUR 1396 XI 27; Regest: Thommen, Urkunden, Bd. 4, Nr. 210). Die Ausstellung des Vidimus erfolgt wohl wegen des Streits zwischen Albrecht I. von Sax-HohensaxPerson und Herzog Sigismund von Habsburg-ÖsterreichPerson um die jährlichen 80 Pfund Zins aus der SteuerBegriff von GamsOrt. Offenbar war er seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber Albrecht I. nicht mehr nachgekommen (vgl. dazu ausführlich Deplazes-Haefliger 1976, S. 116–120). Im Zusammenhang mit diesem Konflikt steht auch der Vertrag mit den eidgenössischen Gesellen von 1458Datum: 1458 (SSRQ_SG_III_4_14580303). Am 4. Oktober 1459Datum: 4.10.1459 werden die Parteien durch ein SchiedsgerichtBegriff geeinigt. Die jährlichen 80 Pfund ZinsBegriff aus der Steuer des Dorfs Gams hatte Herzog Leopold IV.Person vor Jahren Ulrich Eberhard II. von Sax-HohensaxPerson, Vater von Albrecht I., verpfändet für eine Schuld von 1200 Pfund. Schuldsumme und Zins hatte Albrecht I. geerbt. Die Rückzahlung der Schuld samt aufgelaufenen Zinsen werden geregelt und am 5. Oktober 1459Datum: 5.10.1459 stellt Albrecht I. von Sax-Hohensax dem Herzog Sigismund von Habsburg-Österreich eine QuittungBegriff über dessen Rückzahlung aus (Thommen, Urkunden, Bd. 3, Nr. 239).

Am 13. September 1468Datum: 13.9.1468 erhebt Andreas Roll von BonstettenPerson unter anderem Anspruch auf die 80 Pfund aus den Gamser Steuern (vgl. dazu SSRQ_SG_III_4_14680913). 1538Datum: 1538 kauft sich Gams bei Ulrich VIII. von Sax-HohensaxPerson von der Steuer und den FasnachtshühnernBegriff los (OGA Gams Nr. 51).

Editionstext

|Seitenumbruch

Wir, LupoltPerson, von gottes gnaden hertzog zu OͤsterrichOrt, zu SteyrOrt, zu KeͣrndenOrt und zu KraynOrt, grâf zu TyrolOrt etcAbkürzung: et cetera, bekennen und tuͤn kund offenlich fur unser lieben
pruͤder, unsern lieben vettern, u̍ns und unser erben, das wir all gemainlich und unverschaidenlich schuldig sein und gelten sullen unserm getrawen lieben Eberha̍rten von
Sax
Person
, dem ju̍ngern, und sinen erben zwoͤlf hundert pfund guͦter und genaͤmer pfenning gewonlicher Costentzer mu̍nssWährung: 1200 Konstanzer Pfund , die er u̇ns bar gelihen und zu unser bezalung,
als wir die grafschafft SanegansOrt verpfendet haben, nutzlich geantwurt ha̍t.
Darumb haben wir im und sinen erben fu̇r uns und unser erben ze ainem redlichen
pfandBegriff und ze allem recht versetzt und setzen ouch wissentlich achtzig pfund geltz guͤter und gaͤber pfenning der vorgedachten mu̍nssWährung: 80 Konstanzer Pfund uss und von unsern
jaͤrlichen stuͤrenBegriff, die uns von dem dorffBegriff zu GampsOrt und von unsern getru̍wen undertânen daselbs yegklichs jâres ze maygenBegriff und ze herbstBegriff gevallen sollent,
also das er und sin erben dieselben achtzig pfund pfenning geltzWährung: 80 Konstanzer Pfund halb ze maygen und halb ze herbst nun hinnenthin aller jaͤrlich von den obgntobgenannten unsern
sturen zu GampsOrt ynnemen und messenBegriff sol a̍n abslahen und abmessen der nu̍tz nach werends pfands rêchtBegriff ungeva̍rlich, als lang und alle die wil
wir ald unser erben demselben Eberharten von SaxPerson und sinen erben die vorgedâchten zwoͤlf hundert pfund pfeningWährung: 1200 Konstanzer Pfund nit gantzlich widergeben und bezalt
haben. Und darumb emphelhen wir unserm lieben getrewen Hansen StoͤcklinPerson, unserm huͦbmaysterBegriff, oder wer dann ye zu ziten unser ambtmann zu
VeltkilchOrt ist, und wellen ouch ernstlich, daz ir dem vorgeschribnen SaxerPerson oder sinen erben die selben achtzig pfund pfenningWährung: 80 Konstanzer Pfund von den vorgedachten
stu̍ren yegklichs jârs, besunder als vor ist beschaiden, ân verziehen vor allermaͤnklichem raichet und gebent.
Wan welhes ja̍rs im ald sinen erben
dieselben achtzig pfund pfening nit gantzlich und volleklich ussgericht und bezalt wurdint, so hând er, sin erben und helffer vollen gwalt und
gut recht, uns und unser erben und unser lu̇t ligendu̇Begriff und varendu̍ gu̍terBegriff darumb anzegryffent und ze pfendent an allen stetten, in allen gerichten,
wa und wie si yemer kunnent ald mugent, als vil und als lang untz daz inen gantzlich ussgericht und ervollet wirt, was inen der vervallen
achtzig pfund pfenning geltz dannocht ussgesta̍t und unvergelten ist, ân all gevaͤrd.
Wir und unser erben haben ouch vollen gwalt, dieselben
achtzig pfund pfenning gelt widerumb an uns zu loͤsenn, welhs jârs wir wellen zwu̍schen sant MartiPersons tag und der alten vasnachtBegriff und ze
enkainer andern zyt in dem jar. Derselben lôsungBegriff si uns ouch statt tu̇n und gehorsam sin sollent, wenn wir sy des zwu̍schen den obgntobgenannten ziln
mit zwoͤlf hundert pfund pfenningen der vorgedachten mu̍nss ermanen und angevordern. Und wenn die widerlosungBegriff also beschicht, so sind ûns,
unsern erben und nâchkomen die vorgeschribnen achtzig pfund geltz und ouch der gegenwu̍rtig brief von im und sinen erben gantzlich quit,
ledig und lôs, a̍n allermaͤnglichs irrung und hindernu̇ss.
Der obgntobgenannt Eberhart von SaxPerson und sin erben habent ouch von u̍ns vollen gwalt,
dasselb pfenning gelt fu̍rbasBegriff von iren handen umb zwoͤlf hundert pfund pfenning ze versetzenBegriff, wenn und gegem wem sy wellent, darzü sollent
wir allzit unsern willen geben, doch u̇ns an unsern rechten und an der widerlôsung unschaͤdlich, ân all gevaͤrd.
Mit urkund ditz briefs, geben zu
EnseshainAusstellungsort, an mentag nach sant KathrinPersonen tag nach CristPersons geburt dru̍zehenhundert und nuntzig jar, darnach in dem sechsten jar.Originaldatierung: 27.11.1396

|Seitenumbruch
[Vermerk auf der Rückseite von Hand des 15. Jh.:] Item ain schultbrief
von hertzog LeupoltPersonen
dem von SaxPerson gegeben,
der nu erlost ist und dabei
ain quitbrief von Albrechten
von Sax
Person
, dartzu ain tadingsbrief1 von derselben sach wegen
zwischen unserm gnedigen herrn
von Osterreich und demselben Saxen,
1396
[Registraturvermerk auf der Rückseite von Hand des 18. Jh.:] 15tes jahr; 1457 u. 1456; No. 24; No. 64

Anmerkungen

    1. Vgl. dazu den Kommentar.