Rechtsquellenstiftung
des Schweizerischen Juristenvereins
Die Rechtsquellenstiftung ist ein schweizerisches Forschungsunternehmen, das Quellen
alten Rechts bis 1798 in der Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen ediert.

Registrum Lombardorum


Bearbeitende:

PD Dr. phil, Dr. theol. h. c. Kathrin Utz Tremp

Staatsarchiv Freiburg
Zeughausstr. 17
CH-1700 Freiburg

 

Tel.: 0041 (0)26 305 12 76

 

E-Mail

 

Dr. Lionel Dorthe
Staatsarchiv Freiburg
Zeughausstr. 17
CH-1700 Freiburg

 

E-Mail

 

Website (Staatsarchiv Freiburg)

 

 

Kurzbeschrieb des Projekts:

 

Die Edition des ältesten überlieferten Freiburger Notariatsregisters des «Registrum Lombardorum» (1356–1359) bietet sich an. Die einzelnen Einträge sind Rechtsakte, die in abgekürzter Form ins Register eingetragen wurden und durch diese Eintragung allein schon Rechtskraft erhielten. Wenn der Kunde es wünschte, konnte auch eine Urkunde ausgefertigt werden. Die Forschung ist sich nicht einig, ob viele oder nur wenige Notariatsinstrumente ausgefertigt worden sind, aber jedenfalls sind in den Notariatsregistern Stücke enthalten, die sich in der urkundlichen Überlieferung nicht finden.

 

Das «Registrum Lombardorum» der beiden Notare Peter Nonans und Heinrich von Schwarzenburg hat 123 Folien und zählt 1171 Notariatsinstrumente. Der hintere Teil des Registers enthält ausschliesslich Instrumente (207 Stück), welche die Geldgeschäfte der Freiburger Lombarden – die Vorgänger der Juden – betreffen. Das Register gibt einen bunten Querschnitt über Geschäfte, welche die Mitglieder der stadtfreiburgischen Gesellschaft um die Mitte des 14. Jh. tätigten, von Geldgeschäften über Handel bis zum städtischen Häusermarkt. Bis zu einem gewissen Grad scheint es auch das Register der Stadt Freiburg selber gewesen zu sein. Dazu kommen Abmachungen eines jüdischen Arztes und Chirurgen, der Patienten bis Le Landeron behandelte.

 

Die Personen des ersten Notariatsbuchs lassen sich anhand des ersten Bürgerbuchs der Stadt Freiburg (1341–1416) grösstenteils identifizieren. Ausserdem können die Registereinträge mit den Ausfertigungen in den grossen Urkundenfonds des städtischen Spitals und der Heiliggeistbruderschaft verglichen werden.

 

Flyer

 

Projektrelevante Publikationen:

 

UTZ TREMP Kathrin, «Fiat littera ad dictamen sapientum». Notare, Lombarden und Juden in Freiburg im Üchtland (14. Jahrhundert), Zürich 2012 (Europäische Rechts- und Regionalgeschichte 17).

 

Dies., «Notariat und Historiografie. Die Freiburger Notarsfamilie Cudrefin und die Anfänge der freiburgischen Historiografie (Mitte 15. Jahrhundert)», in: Freiburger Geschichtsblätter 88 (2011), S. 9–51.

 

Dies., «Verschuldeter Landadel und städtischer Häusermarkt im ersten Freiburger Notariatsregister (1356–1359)», in: Freiburger Geschichtsblätter 87 (2010), S. 9–38.

 

Dies., «Unglückfall oder Verbrechen? Ein Kinderunfall anno 1432 ausserhalb des Murtentors (Miszelle)», in: Freiburger Geschichtsblätter 87 (2010), S. 234–241.

 

Pressemitteilungen: 

 

Freiburger Alltag im Spätmittelalter (Kathrin Utz Tremp), in: Freiburger Nachrichten vom 11. Juli 2015.

Ein einäugiges Pferd – ein wertloses Pferd? (Lionel Dorthe), in: Freiburger Nachrichten vom 17. Juli 2015.

Lehrverträge und eine abgebrochene Lehre (Kathrin Utz Tremp), in: Freiburger Nachrichten vom 21. Juli 2015.

Den Metzgern ging es zwar gut, sie wurden aber nicht sonderlich geschätzt (Lionel Dorthe), in: Freiburger Nachrichten vom 29. Juli 2015.

«Du sollst nicht spielen» (Kathrin Utz Tremp), in: Freiburger Nachrichten vom 5. August 2015.

Mittelalterliche Mühlen: Das Rad dreht sich (Lionel Dorthe), in: Freiburger Nachrichten vom 11. August 2015.

Von Eheverträgen und Erbgeschichten (Kathrin Utz Tremp), in: Freiburger Nachrichten vom 18. August 2015.